| Heinrich-Hecht-Weg Expedition 2001 |
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![]() Goldgrubenscharte (2448m) Vergrößerung |
Nach dem Queren der einzigen etwas heiklen Stelle des gesamten Weges erreichen wir die Goldgrubenscharte (2448m). Bizarr aufragende Felsen formen hier eine beeindruckende Kulisse, die uns für die entgangene Fernsicht entschädigt. Immer nur für einen kurzen Moment reißen die Wolken auf und geben dann auch nur die Sicht durch den Dunst auf die nächstliegenden Berge frei.
Noch einmal blicken wir zurück auf das letzte etwas brisante
Stück der Steiganlage. Diese ausgesetzten Steige am Steilhang
haben es mitunter in sich. Der gut begehbare - weil
ausgetretene, gerade - Trampelpfad wird durch nachrutschende
Erde und Geröll wieder zugeschüttet, sodass die Gefahr
des Abrutschens deutlich erhöht wird. Gerade auch bei
Nässe und Vereisung kein leichtes Unterfangen angstfrei
darüber hinwegzukommen. Häufig sind aber an den
schwierigen Stellen wie auch hier Stahlseile (österreichisch:
Seilversicherungen) zum Festhalten angebracht, die ein sicheres
Vorankommen ermöglichen. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit
vorausgesetzt, sollte diese Stelle bei günstigen
Witterungsverhältnissen auch von Kindern zu bewältigen
sein. Die Tour hier hinauf wäre sicher ein tolles Erlebnis
für sie!
![]() Da ging es lang! Blick zurück auf den ausgesetzten Steig am Steilhang |
Einige Zeit halten wir nun in der Nähe Ausschau nach den übrig gebliebenen Hinweisen auf die Ära des Goldrausches hier oben, da auf der Wanderkarte die Reste eines alten Bergwerks verzeichnet sind. Aber so heftig wie am Klondike wird's dann wohl doch nicht gewesen sein. Wir finden jedenfalls nichts, obwohl auch ein Wanderführer hier alte Stollenlöcher erwähnt.
Nach kurzer Rast geht es nun von der Scharte aus wieder beträchtlich abwärts. Dann schließt sich eine etwa anderthalbstündige Strecke oberhalb von Almwiesen mit ständigem Auf- und Abstieg bis zur Annaruhe an.
Und nun passiert es doch. Wir begegnen Menschen, die uns entgegenkommen. Österreicher, wie sich unschwer am Vokabular erkennen lässt: "Schaau, drr hoot dos Laibl zuam Trocknan oans Sackl (oder so ähnlich) kghankt". Man erkundigt sich, wie weit der Weg noch ist, berichtet stolz, in welcher kurzen Zeit man die bisherige Strecke bereits bewältigt hat und wünscht sich dann noch einen schönen Tag.
Bemerkenswerter Weise begegnen wir während der gesamten
Wanderung mit Ausnahme einer deutschen Rentnergruppe nur
Österreichern. Obwohl die Teutonen (österreichisch:
Piefkes) im Sommer zu Tausenden die Täler bevölkern,
scheinen sie den Weg in diese Hochgebirgsregionen nicht zu finden.
Vielleicht liegt es an der Länge und Abgelegenheit der Routen,
die in einer Tagestour ohne Übernachtung kaum zu
bewältigen sind. Darüber hinaus fehlen hier im
Kreuzeckmassiv die zum Teil vergletscherten 3000er, die vorwiegend
entlang des Tauernhauptkammes weiter nördlich zu finden sind
und viele Gipfelstürmer magisch anziehen. Mit Höhen bis
maximal etwa 2700m sind die Berge hier etwas zu niedrig, um das
ganze Jahr hindurch unter Eis zu bleiben.
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