| Heinrich-Hecht-Weg Expedition 2001 |
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Nach dem Abstieg bei der Salzkofelhütte angelangt, schultern wir wieder unser Gepäck und marschieren nun die ersten Meter auf dem Heinrich-Hecht-Weg in Richtung Feldnerhütte. Angestrengt halten wir Ausschau nach einem geeigneten Platz für unser Biwak-Lager, denn wir müssen uns sputen, es wird langsam dunkel. Ein ganzes Stück unterhalb des Weges steuern wir eine halbwegs gerade Fläche an. Die hohe Kuhfladendichte erschwert es dann aber dort einen geeigneten Standort zu finden. Nach kurzer Suche - es wird nun finster - schlagen wir nicht weit von einem veritablen Schneefeld an einem Bachlauf unser Zelt auf.
![]() Biwak-Lager in ca. 1850m |
Eingeschlossen von Bergen verbringen wir eine stockfinstere Nacht und gucken, eingemummelt in unsere Schlafsäcke, noch lange in den absolut klaren Sternenhimmel, erblicken haufenweise Satelliten (ein Betrieb wie am Maschener Rangierbahnhof) und auch einige Sternschnuppen. Nicht mal die sonst auch auf den Berggipfeln allgegenwärtigen Verkehrsgeräusche stören hier, nur der Wind und das leise ferne Plätschern des Baches durchbrechen die Stille. Der Himmel scheint hier oben ein kleines Stückchen näher zu sein.
Weitab von der Zivilisation haben wir per SMS Verbindung zu Gau im fernen Hannover. Ob sie sich vorstellen kann, wie wir hier in finsterer Nacht am Ende der Welt sitzen? Jedenfalls grüßt sie "Reinhold M." und "Luis T." im nächtlichen Basislager der Expedition.
Nach Mitternacht wird es ziemlich kalt und wir zwängen
uns in unser feuchtes Minipackzelt (was haben wir nicht alles
erlebt mit so einem um 15 Euro teuren Zelt in der
Blüte unserer Jugend ;-). Paule versucht noch
verzweifelt seine innen ausgekippten Gummibärchen einzusammeln
und nach einigem Hin und Her hilft uns die Erschöpfung
in den Schlaf.
![]() Endlich oben! |
Um sechs Uhr morgens, als die ersten Sonnenstrahlen über die Berghänge streichen, sind wir froh, dass die nasskalte Nacht nun überstanden ist. Unweigerlich kommt uns der Gedanke, dass ein richtiges Bett auch etwas Feines ist! Es kündigt sich aber ein schöner Sommertag an, sodass das nächtliche Survivaltraining schnell vergessen ist. Schließlich sind wir auch froh, dass keiner ins 'Glück' getreten ist, was bei der vorherrschenden Kuhfladendichte und in Anbetracht der funzeligen Taschenlampe - eine der beiden war in der Nacht nicht mehr auffindbar - nicht unbedingt zu erwarten war.
Das frühmorgendliche Stählungsprogramm beginnt mit
einer Katzenwäsche am eiskalten Bach, der aus dem nahe
darüber liegenden Schneefeld (!) gespeist wird. Die
gestern durchgeschwitzten Hemden werden auch gleich durchs Wasser
gezogen und außen am Rucksack zum Trocknen befestigt. Dann
noch schnell das Zelt abgebaut, die Wasserflaschen gefüllt
und alles in den Rucksäcken verstaut.
Während wir uns zum Frühstück einige Müsliriegel
schmecken lassen, machen sich in unmittelbarer Nähe zwei
Ziesel (Citellus citellus)
lautstark beim Revierkampf bemerkbar. Wenig
später brechen wir in der mittlerweile schon wärmenden
Morgensonne auf. Weit und breit ist kein anderer Wanderer zu sehen.
Ob die Bergfreunde auf der Salzkofelhütte nach durchzechter
Nacht noch im Koma liegen?
![]() Steig in den Wolken |
Zunächst müssen wir wieder die gestern Abend noch
abgestiegenen rund hundert Höhenmeter zurück zum
Heinrich-Hecht-Weg. Es geht natürlich wieder steil den Hang
hinauf und nach fünf Minuten sind unsere Klamotten auch schon
wieder durchnässt. Eingeschlossen in den Bergen scheint es hier
nicht weiterzugehen. Immer steiler führt der Steig durch ein
Schuttkar in scheinbar unendlich vielen Kehren hinauf bis wir
unweit vom Kleinen Kreuzeck (2505m) ganz oben auf dem Grat sind
und in zwei weitere Täler blicken können. Ein
fantastisches Erlebnis ohne direkten Gipfelsturm. Immer mehr
Wolken ziehen sich jetzt hier oben zusammen, sodass eine
eigenartige Stimmung entsteht.
Der Weg führt nun auf schmalen Bändern weniger steil mit
einigem Auf und Ab. Immer kurz unterhalb des felsigen Bergkammes
geht es durch die Wolken weiter.
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