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![]() Schlüsselstelle der Tour Vergrößerung |
Der Weg wird nun zusehends steiler. An der einzig kritischen Stelle führt er über glatte Felsplatten, die sich durch die angebrachten Versicherungen problemlos überwinden lassen. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind hier aber schon erforderlich und bei Schnee und Eis wird es gefährlich, da es hier dann eventuell dutzende, wenn nicht hunderte von Metern senkrecht abwärts geht. Unerfahrene sollten bei winterlichen Verhältnissen (die es hier oben auch im Sommer geben kann) unbedingt vorher eine gute Lebensversicherung abschließen, um den Hinterbliebenen das Auskommen zu sichern. ;-)
Das obige Piratenkopftuch a la Störtebecker ist übrigens aus der Not geboren (Kappe liegt zu Hause) und nicht etwa eine modische Neuerung des OEAV.
![]() Himmelsherold, Eritrichum nanum Foto: Dr. Amadej Trnkoczy, mit freundlicher Genehmigung |
Kurz vor dem Gipfel beginnen auf einmal die Botanikeraugen
zu leuchten.
Sollte das tatsächlich? Das gibt's doch gar nicht!
Na ja, von der Höhe könnte es schon sein. Tatsächlich!
Zur Linken des Weges erblicken wir den
Himmelsherold (lat. Eritrichum nanum).
Die dem Vergissmeinnicht ähnliche Pflanze gedeiht
in Höhen von etwa 2500m bis 3400m,
interessanterweise vorwiegend in Gipfelregionen,
ist ziemlich selten und gilt als gefährdet.
Aus dem zerstreuten Vorkommen im Hochgebirge schließt
man, dass die Art die Alpen schon vor den letzten Eiszeiten
besiedelte und sie auf den eisfreien Gipfeln überdauert hat.
Wegen der extremen klimatischen Bedingungen wächst
der Himmelsherold sehr langsam. Die Jahresringbreite
der langlebigen Pfahlwurzeln beträgt nur 30µm
und ist damit noch um einiges kleiner
als z.B. der Durchmesser eines menschlichen Haares.
Die etwa 10cm große Pflanze kann bis zu 30 Jahre alt werden (vgl. auch
Arktischer alpiner Garten - Himmelsherold).
Weil das Gipfelkreuz nicht mehr weit ist, vergessen wir dann aber noch vor lauter Aufregung ein Foto zu machen. :-( Vielleicht ein Grund, gelegentlich nochmal hinaufzusteigen.
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